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Fructoseintoleranz – Ein weit verbreitetes aber wenig beachtetes Problem

Etwa ein Drittel der Menschen im westlichen Kulturkreis sind fructoseintolerant, ein Drittel davon ist symptomatisch.

Hierbei fehlt dem Körper ein Enzym, das Fructose zur weiteren Verwendung durch den Darm schleusen kann. Häufige Symptome sind Blähungen, Sodbrennen, Durchfälle, bis hin zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Depressionen.

Seit etwa einem Jahr weiß ich von meiner Fruchtzuckerunverträglichkeit. Eine ziemlich kurze Zeit wenn man bedenkt, dass ich 34 Jahre alt bin und schon seit Jahrzehnten Symptome habe. Mit diesem Verlauf bin ich bestimmt nicht alleine.

Jahrelang schon leide ich an Verdauungsbeschwerden, was ich allerdings nicht zu spezifischen Nahrungsmitteln zuordnete, später ist phasenweise nächtliches Sodbrennen dazugekommen. Die zeitweise Energielosigkeit habe ich mir mit Arbeitsüberlastung, zu wenigem und schlechtem Schlaf  erklärt und wenn man müde ist, ist man leicht reizbar. Auch die Stimmung leidet natürlich unter solchen Zuständen.

Das war soweit ich mich erinnern kann immer so, und woran man gewöhnt ist, das neigt man als Normalzustand wahrzunehmen.

Im Laufe einer Akupunkturbehandlung wurde mir also vor ca. einem Jahr gesagt, dass ich eine Fruchtzuckerunverträglichkeit hätte.

Zur Kenntnis genommen.

Obwohl ich selbst Arzt und Akupunkteur bin, habe ich dem keine weitere Bedeutung beigemessen. Ich war ohnehin kein großer Obstesser.

Ungefähr einen Monat später haben allerdings oben genannte Symptome zugenommen. Ich hatte (zu) viel Arbeit und mein Bauch fühlte sich groß an wie ein Luftballon. Und das, wo ich eigentlich sehr schlank bin.

Da erinnerte ich mich an meine Diagnose: Fructoseintoleranz, und begann mich damit auseinanderzusetzen.

Als ich auf diversen Listen sah, wo überall Fruchtzucker enthalten ist, standen mir die (imaginären) Haare zu Berge. Da blieb quasi nur mehr ein Viertel der Nahrungsmittel übrig, die ich sonst gerne esse.

Ich begann Erfahrungswerte zu sammeln.

Was ich definitiv von meinem Ernährungsplan streichen sollte, da mir der Verzehr aufgrund des hohen Fructosegehalts erfahrungsgemäß nicht gut tut, sind Zwiebeln und Knoblauch. Das sagt sich so leicht, denn versuchen sie mal auswärts was zu essen zu bekommen ohne diese beiden Zutaten.

Mit einer Gesundheitsfastenkur machte ich sehr positive Erfahrungen (siehe dort), allerdings ist das sicher keine Dauerlösung.

Zu Hause habe ich Knoblauch gänzlich von meinem Speiseplan gestrichen (den mochte ich ohnehin nie besonders) und Zwiebel, wo es passt durch Ingwer ersetzt (nicht nur ein Ersatz sondern eine Geschmacksbereicherung). Der Obsttyp war ich nie, was aber schwer einzuschätzen war, war die Wirkung verschiedener Gemüsesorten und Salate.

Als ich also begann mich (zu Anfang ganz streng) fruchtzuckerarm zu ernähren reagierte ich bei Ernährungsfehlern plötzlich noch stärker als vorher.

Eine weitere Erfahrung zeigte mir, dass ich, je besser mein Energielevel war, umso toleranter gegenüber Fruchtzucker war.

Das ist eine Beobachtung, die ich im Zuge meiner Akupunkturtätigkeit auch bei meinen Patient/Innen mache. Nicht nur bei Nahrungsmittelintoleranzen, sondern auch allen anderen chronischen Erkrankungen.

Je höher der Energielevel umso geringer die Symptomatik. Das ist auf jeden Fall ein möglicher Therapieansatz. Eines ist für mich dabei völlig klar. Jeder Mensch hat seine eigene Fruktoseintoleranz. Das heißt, jeder Mensch hat ein ganz individuelles Spektrum an Symptomen. Jede Person hat eine ganz persönliche Bandbreite an Nahrungsmitteln, die sie verträgt. Unter dem Aspekt der chinesischen 5-Elemente-Ernährungslehre wird diese Individualität auch ganz plausibel.

Jeder Mensch wird dabei einem der fünf Elemente (Herz/Feuer, Milz/Erde, Lunge/Metall, Niere/Wasser, Leber/Holz) zugeordnet. So sind Frauen eher Milz/Erde Typen, Männer tendieren zum Leber/Holztypen (genaueres siehe in entsprechender Literatur). Dementsprechend besitzt eine Person je nach Typus bevorzugt Eigenschaften aus einem Element. Nahrungmittel sind ebenfalls mit energetischen Eigenschaften versehen. Sie weisen unterschiedliche Temperaturen auf (von heiß bis kalt), verschiedene Geschmäcker (süß, sauer, salzig, bitter) und werden ebenfalls einem der fünf Elemente zugewiesen. Daraus ergibt sich von Natur aus die individuelle Wirkung von Speisen. So kann zum Beispiel Rindfleisch, welches von der Energie her heiß ist, für jemanden mit Kältesymptomen genau das richtige sein, für jemanden der aber zu Hitze neigt, diese Hitzesymptomatik noch verstärken und (im Übermaß genossen) sogar schädlich sein.

Mein Umgang mit Fruchtzucker sieht derzeit so aus, dass ich eben gewisse Nahrungsmittel so gut es geht vermeide. Auf der anderen Seite versuche ich mich aber auch nicht zu sehr einzuschränken.

Das funktioniert manchmal gut, manchmal weniger gut, erhöht aber definitiv die Lebensqualität.

Und um die positive Seite meiner Fruchtzuckerunverträglichkeit hervorzukehren, sehe ich Sie besonders bezogen auf mein Arbeitsleben als guten Indikator etwas leiser zu treten und besser auf mich zu achten.

 

Mit lieben Grüßen Ihr Dr. Tobias Pintar

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